Was der Valentinstag mit Führung zu tun hat
In diesem persönlichen Blogbeitrag zeige ich, warum zugewandte Kommunikation und echte Wertschätzung entscheidende Erfolgsfaktoren in Führung und Interim Management sind – und was der 14. Februar mit nachhaltiger Zusammenarbeit im Unternehmen zu tun hat.
Eine Gelegenheit für Wertschätzung
Der 14. Februar – der Tag der Liebe. Ein Tag, an dem Floristen Überstunden machen, Importeure Rosenmengen in Millionenhöhe bewegen (allein in den zwei Wochen vor dem Valentinstag 2025 wurden über 14,5 Millionen Rosen am Frankfurter Flughafen kontrolliert ), und Einzelhändler in Hochform sind. Kurzum: irgendwie auch ein großer Tag für den „Einkauf“ 😉
Doch jenseits von Herzen, Pralinen und Schnittblumen liegt in diesem Tag eine tiefere Botschaft, die auch in Unternehmen und Führungskultur Relevanz hat: Wertschätzung sichtbar machen. Natürlich geht es in der Zusammenarbeit nicht um romantische Gefühle. Aber: Wertschätzende, zugewandte Kommunikation ist die Basis jeder guten Beziehung – beruflich wie privat.
Als Interim-Managerin im Einkauf komme ich häufig in Unternehmen, in denen Übergänge anstehen: neue Prozesse, neue Systeme, neue Rollen. In solchen Phasen wird viel über KPIs, Vertragsverhandlungen und Einsparpotenziale gesprochen – alles wichtig.
Aber: Die wahren Hebel liegen oft woanders.
In meiner Arbeit als Führungskraft auf Zeit – und als systemischer Coach – erlebe ich immer wieder: Erfolg entsteht, wenn Menschen gesehen, gehört und ernst genommen werden.
Was macht zugewandte Kommunikation in der Führung konkret aus?
Zugewandte Kommunikation ist keine Technik, die man einfach „anwendet“. Sie zeigt sich in kleinen, alltäglichen Momenten – und macht dort den entscheidenden Unterschied.
Zum Beispiel in schwierigen Gesprächen:
Statt: „Das können Sie doch besser. Ich erwarte, dass Sie das bis morgen nacharbeiten.“
Dies sagen: „Ich sehe, dass Sie sich Mühe gegeben haben. An zwei Stellen braucht es aus meiner Sicht noch Anpassungen – können wir uns das einmal gemeinsam anschauen?“
Der Unterschied? Im zweiten Fall wird die Leistung anerkannt, bevor ein mögliches Problem aus der Ich-Perspektive benannt wird. Das Gespräch bleibt auf Augenhöhe, statt hierarchisch von oben herab zu laufen. Und es endet nicht mit einer Anweisung, sondern mit einem Angebot zur Zusammenarbeit.
In Verhandlungen mit Lieferanten:
Zugewandt kommunizieren heißt nicht, weich zu verhandeln. Im Gegenteil. Es bedeutet, den anderen wirklich verstehen zu wollen – seine Spielräume, seine Zwänge, seine Interessen.
Ich frage zum Beispiel gezielt nach: „Welche Rahmenbedingungen müssten sich ändern, damit Sie uns bei den Lieferzeiten entgegenkommen können?" Oder: „Was ist aus Ihrer Sicht der kritischste Punkt in unserem aktuellen Prozess?"
Solche Fragen schaffen Transparenz. Sie signalisieren: Ich nehme Sie ernst. Und paradoxerweise führt genau das oft zu besseren Konditionen – weil echte Lösungen nur auf Basis echter Informationen entstehen.
Im Umgang mit meinungsfesten Teams:
Wenn ich als Interim-Managerin neu ins Unternehmen komme und Veränderungen anstoße, gibt es fast immer Widerstand. Verständlich. Menschen reagieren skeptisch auf Fremde, die offenbar von außen „ihr System" verändern wollen. Meine Erfahrung: Widerstand verschwindet nicht durch bessere Argumente. Er löst sich, wenn Menschen merken, dass ihren Bedenken Raum gegeben wird.
Deshalb stelle ich in den ersten Wochen Fragen wie: „Was funktioniert hier so gut, das wir es auf keinen Fall neu aufstellen sollten?" Oder: „Wenn Sie drei Dinge ändern könnten – welche wären das?"
Das sind keine rhetorischen Fragen. Ich notiere mir die Antworten. Ich greife sie in Meetings auf. Und ich zeige konkret, wo Vorschläge aus dem Team in die neue Strategie einfließen.
In Krisensituationen:
Wenn Lieferengpässe drohen, Projekte ins Stocken geraten oder Budgets gekürzt werden, wird Kommunikation „von oben“ oft knapp und funktional. Zum Beispiel: „Wir brauchen eine Lösung bis morgen.“ „Das war's, mehr Budget gibt's nicht.“ Frei nach dem Motto: „Sieh zu, wie du klarkommst.“
Zugewandte Führung zeigt sich gerade dann, wenn der Druck steigt. Zum Beispiel so: „Ich weiß, die Situation ist gerade extrem angespannt. Wir haben nur begrenzte Optionen – aber bevor ich eine Entscheidung treffe, will ich wissen: Was seht ihr, das ich vielleicht übersehe? Welche Konsequenzen würden euch am meisten belasten?"Das dauert vielleicht fünf Minuten länger. Aber es zeigt, dass die Interessen des Teams berücksichtigt werden und verhindert so, dass Menschen innerlich abschalten. Und es erhöht die Chance, dass sie bei getroffenen Entscheidungen und Veränderungen auch wirklich mitgehen, weil diese im gemeinsamen Gespräch entstanden sind.
Führung bedeutet Verantwortung für Beziehung
Ein Unternehmen ist keine Liebesbeziehung – aber auch keine nüchterne Zweckgemeinschaft. Es ist ein Netzwerk von Menschen, die gemeinsam etwas gestalten wollen. Und das funktioniert nur, wenn die Beziehungsebene mitgedacht wird. Zugewandte Führung ist kein „Soft Skill" – sie ist „harte“ Führungsarbeit. Sie entscheidet darüber, ob Menschen innerlich kündigen oder mit vollem Einsatz dabei sind. Ob Veränderungen mitgetragen werden – oder verpuffen.
Interim Management: Der Blick von außen bringt Nähe
Vielleicht klingt es paradox – aber gerade weil ich als Interim-Managerin nur auf Zeit ins Unternehmen komme, bin ich besonders darauf angewiesen, schnell echte Verbindung herzustellen. Ich kann keine langfristige Loyalität aufbauen – aber ich kann Verlässlichkeit, Klarheit und Respekt bieten. Und das beginnt mit einfachen Dingen: Ich lerne Namen. Ich frage nach der Vorgeschichte von Projekten. Ich nehme mir Zeit für Einzelgespräche – nicht nur mit Führungskräften, sondern zum Beispiel auch mit Teammitgliedern, die seit Jahren den Laden am Laufen halten. Was ich dann oft erlebe, sind Menschen, die „mitziehen“, obwohl der Wandel herausfordernd ist. Mitarbeitende, die sich öffnen, weil sie merken: Da fragt jemand wirklich nach. Da hört jemand zu. Da führt jemand mit Haltung.
Und für alle, die heute noch Blumen kaufen:
Noch mal kurz zurück zum Valentinstag: Rund um dieses Datum werden laut der British Florist Association weltweit etwa 250 Millionen Schnittblumen verkauft. Ein Drittel sind Rosen, ein Drittel Tulpen und ein Drittel das „übrige Sortiment.“ Der Großteil der Rosen stammt aus dem Ausland, insbesondere aus Kenia und Kolumbien. Rund 20 Prozent des gesamten Rosenangebots zum Valentinstag kommen aus den Niederlanden. Globale Handelsketten in Hochform! Blumen sind eine schöne Geste, aber die vielleicht noch bessere Nachricht ist: die wirkungsvollste Form der Wertschätzung kostet nichts, hält aber am längsten.
Was ich mir deshalb zum Valentinstag wünsche?
Weniger „Blumendekoration“, dafür mehr echte Gespräche im Job.
Weniger „Hauptsache außen sieht’s schick aus“, dafür mehr Tiefe.
Mehr Mut, auch mal nachzufragen, statt Annahmen zu treffen.
Und mehr Führung, die nicht nur Prozesse steuert – sondern Menschen erreicht.
Und natürlich: Wertschätzung.
Denn: Wer gut führen will, muss sich nicht in seine Mitarbeitenden verlieben. Aber sie sehen – und ernst nehmen.
Gern unterstütze ich Sie als Führungskraft und Mentorin im Einkauf auf Zeit und lege mit Ihnen zusammen den Grundstein zu Ihrem Einkaufsteam von Morgen. Lassen Sie uns gemeinsam Wege finden, wie wir Ihre Wettbewerbsvorteile generieren.
Schreiben Sie mir!
Bereit, gemeinsam Großes zu erreichen?
Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören und gemeinsam Wege zu finden, wie ich Ihnen und Ihrem Unternehmen helfen kann. Egal, ob Sie Fragen zu meinen Dienstleistungen haben, maßgeschneiderte Trainings suchen oder eine inspirierende Keynote für Ihre Veranstaltung wünschen – ich stehe Ihnen zur Seite.
Der erste Schritt zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit ist nur eine Nachricht entfernt. Lassen Sie uns ins Gespräch kommen und die Potenziale erkunden, die vor uns liegen. Schreiben Sie mir!